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Zeit des toten Aales

So könnte man den November an vielen Fließgewässern nennen. Besonders im Großraum Stuttgart, wo alleine von Deizisau bis Aldingen der Neckar von 8 Wasserkraftanlagen gesäumt ist, die Aale auf ihrer Wanderung zum Meer totschlagen oder grausam verstümmeln.

Der Aal gilt als vom Aussterben bedrohte Art. Es gibt auch eine EU-Verordnung die zum Ziel hat, die Aalbestände zu fördern und wieder zu erhöhen. Wie selbstverständlich bei vielen Umweltverordnungen glänzt unser Bundesland auch hier mit katastrophalen Zahlen, die eine Zielverfehlung dokumentieren und eine weitere Verschlechterung des Aalbestandes prognostizieren. Und es ist keinerlei erfolgversprechende Lösung in Aussicht - weil nicht gewollt.

Jetzt beginnt die Wanderzeit der Aale, die einem uralten Sinn folgend immer mit der Hauptströmung schwimmen und damit geradewegs in die Kraftwerksturbinen. Bei infernalischem Lärm in der Turbinenkammer werden diese geschützten Tiere zu hunderten und tausenden zum Spielball der Wasserströme in der Turbine. Geschlagen, schwer verletzt von den messerscharfen Turbinenblättern, das Rückgrat mehrfach gebrochen und zuletzt getötet und zerhackt.

Bedenken sie bitte bei ihrem „grünen Ökostrom aus Wasserkraft: Im November ist er rot vom Blut der Aale.

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Von der Turbine einer Wasserkraftanlage getötete Aale.

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Von der Wasserkraft zernarbter Stahl einer Turbine. Die Rotorblätter am unteren Ende geschliffen wie Messerklingen durch die Wasserkraft.

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Modellzeichnung einer am Neckar üblichen Wasserkraftanlage mit Kaplanturbine.