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Lachsartige (Salmoniden), Äsche, Renke

Bei uns stellen vor allem Bach- und Regen­bogenforellen den Großteil der Salmoniden. Sie gelten unter vielen Anglern und Feinschmeckern als die edelsten Fische, wobei vom Lebewesen her betrachtet jeder Fisch die gleiche Achtung verdient. Die große Kampfkraft und der gute Geschmack der grätenarmen Salmoniden lassen sich jedoch nicht zu bestreiten.

Alle Salmoniden tragen zwischen Rücken- und Schwanzflosse eine kleine Fettflosse. Übrigens zählen Bach-, See-, und Meerforelle zur gleichen Art, sie unterscheiden sich jedoch in ihren Lebensweisen. Deshalb werden sie jeweils separaten Formen zugeordnet und bleiben während ihres Lebens entweder im Fluss, bevölkern einen See oder wandern ins Meer ab. Und in vielen Gewässern stammen alle drei von den gleichen Ahnen ab. Obwohl die Äsche nicht zu den Salmoniden zählt, ähnelt sie ihnen doch stark und wird deshalb auch in diesem Kapitel vorgestellt. Das gilt genauso für die Renke.

Bachforelle

(Salma trutta fario)

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Die oft prächtig gefärbte Bach­forelle ist für viele Angler die Königin der klaren Gewässer. Nachdem die Gewässerverschmutzungen immer weiter zurückgehen, erholen sich in der Folge auch die einst schwer angeschlagenen Bestände der Bachforelle.

Regenbogenforelle

(Oncorhynchus mykiss)

053_Regenbogen

Die Heimat der Regenbogenforelle liegt in Nordamerika. Nachdem die Qualität vieler Gewässer mit der industriellen Entwicklung ab Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr zurückging und die Bestände der Bachforelle schrumpften, wurden die ersten Regenbogen­forellen 1880 nach Europa importiert. Denn sie sind gegenüber Gewässerverschmutzungen weniger empfindlich als die Bachforelle und vertragen darüber hinaus höhere Temperaturen. 


Seesaibling

(Salvelinus alpinus)

055_Seesaibling
Es gibt stationär lebende Seesaiblinge, wie die Fische der Alpenseen, und in Flüssen nördlicher Länder laichende Wanderformen, die zu weitaus größeren Exemplaren heran­wachsen. Das normale Gewicht reicht bis drei Kilo, wandernde Fische kommen auf bis zu zwölf Kilo. Wesentlich für unsere Breiten ist das Fischen in den Alpenseen.

Bachsaibling

(Salvelinus fontinalis)

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Der Bachsaibling kam vier Jahre nach der Regenbogenforelle von Nordamerika nach Europa. Er ist zwar nicht so widerstandsfähig wie sie, besticht allerdings durch seine häufig prächtigen Farben.

Huchen

(Hucho hucho)

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Der Lebensraum des Huchens im Donaugebiet ist heute durch Verbauungen stark eingeschränkt, wodurch er auch seine Laichgebiete nur eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr erreicht. Zudem nahmen aus diesem Grund und den Gewässerverschmutzungen die Bestände seiner wichtigsten Futterfische – Nase und Äsche – dramatisch ab. In der Folge gingen genauso die Bestände des »Donaulachses« stark zurück.

Seeforelle

(Salmo trutta lacustris)

061_Seeforelle
Seeforellen zählen zu den seltensten und größten Salmoniden. Ihre Bestände gingen allerdings durch Überdüngung der Gewässer und den hohen Befischungsdruck seitens der Berufsfischer nach dem 2. Weltkrieg immer weiter zurück. Aufwändige Besatzmaßnahmen zeigen inzwischen jedoch unter anderem im Bodensee und den Talsperren im Sauerland einigen Erfolg.

Meerforelle

(Salmo trutta)

063_Meerforelle
Nachdem die Meerforelle aus den gleichen Gründen wie der Lachs (siehe unten) aus deutschen Gewäs­sern weitgehend verschwand, lassen die positiven Ergebnisse der Wiedereinbürgerungs-Aktionen sehr hoffen. Schon jetzt lassen sich die Forellen wieder in einigen norddeutschen Gewässern gezielt befischen. 

Lachs

(Salmo salar)

065_Lachs
Das Thema Lachsfischen beschäftigt seit dem 19. Jahrhundert unzählige Angler. Entsprechend groß sind die Erkenntnisse über Lebensraum und Verhalten der Fische, die zum Laichen vom Meer in die Flüsse aufsteigen und dabei nicht fressen. Obwohl er noch vor 150 Jahren auch in Deutschland weit verbreitet war, bedeuteten Gewässerverschmutzungen und Verbauungen das Aus. Wiedereinbürgerungs-Maßnahmen zeigen mittlerweile erste Erfolge in Rhein und Elbe.

Äsche

(Thymallus thymallus)

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Die Äsche ist ein wunderbarer, sanft wirkender Fisch, der in den vergangenen Jahren stark von Kormoran und Gänsesäger bedroht ist. Deshalb sollte der Angler maßhalten und nur selten einen Fisch mitnehmen. Die größte Freude bereitet das Äschenfischen mit Fliegenrute und Trockenfliege. Dabei kann es vorkommen, dass ein Fisch vielleicht nur anderthalb Meter vom watenden Angler entfernt unter der Oberfläche steht und sich nicht weiter stören lässt.

Felchen, Renke, Maräne

(Coregonus lavaretus)

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Die Familie der Renken umfasst unüberschaubar viele Arten. Deshalb dient hier der (nicht das!) Blaufelchen als Beispiel. Die wichtigste Fangmethode bei uns ist die Hegene (Paternoster) mit drei bis fünf Seitenarmen, mit der meist vom Boot aus bis in 30 Meter Tiefe gefischt wird.

Quelle:

Der Inhalt des Bereiches "Fische bestimmen" bietet Auszüge aus dem Buch "Lexikon der Süßwasserfische".

Autor: Frank Weissert (WAV-Mitglied)

Müller Rüschlikon Verlag, Stuttgart

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