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Fischleder

Wieso eigentlich nicht? Leder aus Fischhaut.

Schon früh lernten die Menschen, die Haut von Tieren zu bearbeiten und als Leder zu verwenden. Besonders schön gezeichnte Tierhaut wurde auch schon früh in der Kulturgeschichte zu Schmuck verarbeitet oder zu repräsentativen Kleidungsstücken.

Fischhaut wurde wohl immer als ungeeignet für Leder angesehen und es gibt nur ganz wenige Kulturen die erlernt haben, aus Fischhaut hochwertiges Leder herzustellen.Heute ist noch ein Volk bekannt, das diese Tradition pflegt und herrliche Leder aus Fischhaut herzustellen weiss.

Es sind die Nanaij in Ostsibirien, am Amur und Ussuri, die geprägt von den Lachswanderungen in diesen Flüssen erlernt haben, den gefangenen Fisch komplett zu verwerten und aus der Fischhaut Leder herzustellen. Fischleder riecht nicht nach Fisch sondern wie jedes Leder einfach nach Leder.

Ich habe im Völkerkundemuseum in Stuttgart bei einer Sonderschau über die Schamanen Sibiriens arbeiten aus Fischleder gesehen und war tief beeindruckt, welche Vielfalt man mit Fischleder erzielen kann. Als Beispiel habe ich die Bilder von Fischleder aus Stör, Karpfen, Rutte angefügt.

Fischleder 1
Ein Haut vom Spiegelkarpfen. Wenn man bedenkt, dass diese Fische auch ca. 80 cm lang werden können sind daraus sicher schöne Lederstücke zu gewinnen.



Fischleder 2
Die Haut eines kleinen Stör. Dieses Leder ist richtig dick und entspricht mindestens der Haut von einem Reh. Auch hier wurde zur Ausstellung ein Minifisch verwendet. Störe können mehrere Meter lang werden und haben können damit auch für große Lederstücke als Lieferant dienen.

Fischleder 3
Die Aalrutte liefert ein sehr fein gemustertes Leder. Am Fisch selbst sind die Schuppen fast nicht zu erkennen. Am Leder sorgt diese Struktur nach dem Gerben für ein feines Muster.